Achtsamkeit
Achtsamkeit ist eine Haltung, die dich in die Lage versetzt, das Leben mit Fingerspitzengefühl zu steuern und sinnerfüllt zu leben. Dabei wird die eigene Wahrnehmung besonders auf das gegenwärtige Erleben gerichtet, ohne Bewertung und den Drang, das Erleben oder die Realität gleich zu verändern. Achtsamkeit meint also nicht erhöhte Konzentration und Aufmerksamkeit, das sind eher Effekte, die sich durch die Achtsamkeitspraxis einstellen. Achtsamkeit ist keine Methode zur Optimierung des Lebens, sondern der Weg, einfach zu sein.
Ursprünglich kommt die Haltung der Achtsamkeit, wie sie im MBSR gelehrt wird, aus dem buddhistischen Denken, wo sie ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur Erleuchtung ist. In unserem Kulturkreis wird sie als Kontemplation gepflegt, außerdem kommt als weitere Komponente noch die Achtung eines jeden einzelnen Menschen hinzu. In einer freundlichen Grundhaltung nehmen wir uns selbst und unsere Umwelt wahr. Im Achtsamkeitstraining lernen wir, dies ohne Bewertung, Selbstkritik, Leistungsdruck oder Manipulation zu tun. Alles ist, wie es ist.
Stress ...
... entsteht, wenn wir Erfahrungen unseres Lebens ablehnen, Personen oder Bedingungen unserer Umwelt unbedingt verändern wollen oder uns selbst gegenüber eine ablehnende Haltung einnehmen. Anhaltender Stress, Selbstvorwürfe und Selbstzweifel wirken schädigend auf die Gesundheit. Viele chronische Erkrankungen, Herz- und Rückenleiden haben in einer negativen Lebenshaltung ihren Ursprung, weiterhin sind Bezüge zu Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen und Depressionen nachgewiesen.
Im Achtsamkeitstraining erlernst du, wie du durch Meditation und gesundheitsfördernde Gedanken zu einem ausgeglicheneren Leben mit mehr Lebensqualität findest.
Den Atem beobachten
Erinnerst du dich, wie gut es dir als Kind getan hat, wenn du bei Stress oder Kummer in den Arm genommen wurdest, Mutter, Vater oder Tante mit ruhiger Stimme mit dir sprachen und einfach langsam und tief atmeten, bis sich dieser langsame Atem auf dich selbst ausgestrahlt hat? So beruhigen und stabilisieren wir uns selbst, wenn wir einfach unseren Atem beobachten. Körper und Geist empfinden das als wohltuende Selbstzuwendung. Wir beeinflussen ihn nicht, wir denken nichts dabei, sondern beobachten einfach nur sein Kommen und Gehen. So einfach und doch so schwer, denn permanent meldet sich unser Hirn und möchte die rationale Kontrolle behalten, die uns so oft in Stress versetzt.
MBSR: mindfulness-based stress reduction
Der gegenwärtige Augenblick, das Jetzt, ist der einzige Augenblick, in dem wir wirklich leben. Vergangenes ist vorüber, Zukünftiges noch nicht geschehen. Deshalb ist jeder Moment so unendlich kostbar. Deshalb lenken wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf das, was wir in jedem Augenblick tun. In der Achtsamkeit gibt es nichts zu tun, nichts, das wir erreichen und wofür wir uns anstrengen müssten. Achtsamkeit ist einfach zu sein.
Vipassana-Meditation, Achtsamkeitsübungen, Hatha-Yoga sowie Erkenntnisse aus der modernen Hirn-, Tumor- und Schmerzforschung und der kognitiven Psychologie wurden zu einem therapeutischen Verfahren verknüpft. MBSR kann ohne Vorkenntnisse und frei von weltanschaulicher Bindung erlernt werden. Wichtig ist allein die Bereitschaft, den Übungen und damit dir selbst täglich etwas Zeit zu widmen.